Die wichtigsten Schleusentypen
Man unterscheidet zwischen Schleusen und Schiffshebewerken, die zur Ueberwindung von Höhendifferenzen gebaut werden. Die Wahl des Systems ist von den topografischen Gegebenheiten, der zu überwindenden Höhendifferenz und der zur Verfügung stehenden Wassermenge abhängig. Klassische Schleusenanlagen sind meistens mit einem Wasserelektrizitätswerk gekoppelt, so zum Beispiel im Grand Canal d'Alsace, am Oberrhein, in Augst und Birsfelden.
Bevor man die ersten Schleusen baute, wurde die Schifffahrt durch einfache Flutrinnen und Schiffsdurchlässe erleichtert. Erst die Entwicklung der Kammerschleuse legte die Grundlage für ein gefahrloses Ueberwinden von Wasserhöhenunterschieden.
Uelzen. Die Schleusenanlage in Uelzen am Seitenkanal der Elbe ist nach dem Prinzip der Sparschleuse gebaut: sie überwindet eine Höhendifferenz von 23 m.
Arzviller. In Frankreich, am Rhein-Marne-Kanal, liegt das 1969 in Betrieb genommene Schiffshebewerk von Arzviller, welches 17 frühere Schleusen durch die Konstruktion einer schiefen Ebene ersetzt, bei einer Höhendifferenz von 45 m.
Ronquières. Am Charleroi-Kanal zwischen Namur und Brüssel funktioniert seit 1969 das Schiffshebewerk von Ronquières nach dem Prinzip einer longitudinalen schiefen Ebene. Schiffe werden in einer Wanne auf Rollen mittels Drahtseilen den Berg hinauf gezogen.
Lüneburg. Beim Lüneburger System, seit 1974 in Betrieb, werden Schiffe in Trogbecken vertikal durch Gegengewichte bewegt. Zwei voneinander unabhängige Aufzüge überwinden eine Höhendifferenz von 38 m.
Niederfinow. Am Oder-Havel-Kanal befindet sich das Hebewerk in Niederfinow, das Schiffe mit Tiefgang bis zu 2 m und 1'000 Tonnen Tragfähigkeit befördern kann.
Minden. Schliesslich ist noch auf Wasserstrassenkreuzungen wie zum Beispiel jene bei Minden hinzuweisen, bei denen Schiffe durch Schachtschleusen auf ein höheres Kanalniveau gehoben werden können und umgekehrt.
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