Ausstellung
Verkehrsdrehscheibe Schweiz
und unser Weg zum Meer

 

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Das Meer wächst ins Land

Das weitverzweigte, europäische Wasserstrassennetz, dessen Rückgrat der Rhein bildet, verbindet mit den schiffbaren Flüssen und einem ausgedehnten Kanalsystem fast alle wichtigen Industriezentren und Regionen Europas. Das Netz erstreckt sich beispielsweise in den deutschen Bundesländern auf rund 7'700 km, wovon 6'900 km der Binnenschifffahrt und etwa 800 km der Seeschifffahrt (Küstenregion) dienen. In Frankreich wiederum stehen circa 8'000 km Wasserstrassen zur Verfügung. Mehr als die Hälfte davon werden vom gewerblichen Gütertransport genutzt. Die grösste Dichte an Wasserstrassen weisen die Niederlande und Belgien auf.

Vom Meer bis zu den Alpen. Es gab immer wieder Initiativen, um die Binnenschifffahrt über Rheinfelden hinaus mindestens bis zur Aare-Mündung oder noch weiter bis zum Boden- und Neuenburgersee zu ermöglichen. Verschiedene Organisationen haben sich darum bemüht: besonders verdient machte sich dabei das Zürcher Hochrhein-Komitee. Eine Realisation dieser Projekte ist in den nächsten Jahren jedoch eher unwahrscheinlich, so dass es heute vor allem darum geht, keine grossen baulichen Veränderungen vorzunehmen, welche eine spätere Schiffbarmachung verunmöglichen würden. Daher wurde ein Entwurf für ein Bundesgesetz über die Bewirtschaftung und Nutzung der Gewässer (Wassernutzungsgesetz) Ende 1993 in das politische Vernehmlassungsverfahren geschickt.

Auf Wasser-Treppen durch Europa. Das gesamte Binnenschifffahrtsnetz ist erst durch eine grosse Zahl von Schleusenanlagen aller Art funktionsfähig. Das Prinzip der Schleusen ist ganz einfach: Schleust man talwärts, fährt das Schiff in die mit Wasser gefüllte Schleusenkammer. Dann wird das Tor geschlossen und der Wasserpegel auf die Höhe des unteren Flusslaufes abgelassen. Fährt man bergwärts, wird das Schiff in die offene Schleuse gebracht, das hintere Tor geschlossen und so viel Wasser in die Schleuse gelassen, bis sich das Schiff auf dem oberen Wasserniveau befindet. Dann kann es problemlos weiterfahren. Generell unterscheiden sich Schleusen in der Art ihrer Bedienung. Grossschifffahrtswege benötigen Schleusen mit Bedienung, kleinere Wasserstrassen besitzen dagegen voll- und halbautomatische Schleusen. Auf der Rheinstrecke zwischen Rheinfelden und Karlsruhe wird die Schifffahrt durch zwölf Schleusen ermöglicht.

Europäisches Wasserstrassennetz
Dichtes europäisches Wasserstrassennetz.
Rheinstrecke Schweiz
Die Rheinstrecke ist heute bis Rheinfelden schiffbar. Die Initiativen, die Binnenschifffahrt bis zur Aare-Mündung oder noch weiter bis zum Bodensee zu ermöglichen, scheiterten bis anhin.