Eine Transportidee erobert die Welt: der Container
Der Ursprung des modernen Containers ist nicht in einem europäischen Land zu suchen, sondern in den USA. Die US-Army kam 1956 auf die Idee, Güter in rechteckigen Boxen zu transportieren, ohne dass ein mehrmaliges Umladen des beförderten Inhaltes notwendig war. Die erste Reise eines Containerschiffes beinhaltete die Beförderung von 60 Containern von New York nach Houston. Der weltweite Siegeszug des Containers begann aber erst in den 60er Jahren. Allgemein gilt die "Sea-Land" als erste amerikanische Container-Reederei, die einen europäischen Hafen erreichte. Am 23. April 1966 lief die "Fairland" mit 255 Containern von 35 ft aus Port Elizabeth / N.J. aus, kam am 2. Mai nach Rotterdam und anschliessend am 5. Mai nach Bremen.
Der Begriff "Container" stammt aus dem Englischen: "to contain" - enthalten, einschliessen, Raum haben für etwas oder beinhalten. Ganz allgemein ist der Container ein Gefäss mit vielfältiger Anwendung, ein Transportmedium in Form eines quaderförmigen Behälters mit genormten Abmessungen. Wichtig ist, dass der Container an kein bestimmtes Transportmittel gebunden ist, also intermodalen Charakter hat.
Containertypen. Im Normalfall werden sogenannte ISO-Container verwendet. Als Standardgrössen gelten heute im internationalen Verkehr 20 Fuss- und 40-Fuss-Container. Die technischen Anforderungen, die an einen Container gestellt werden, sind gross. Er soll gegen Beschädigungen, Wärme und Kälte schützen, er muss stabil gebaut sein, ein geringes Eigengewicht besitzen und leicht zu reparieren sein. Um den speziellen Transportproblemen gerecht zu werden, wurden Container mit Ventilation oder Luftbefeuchtung für konstantes Klima, Open-Side Container mit offener oder zu öffnender Längsseite, Auto-Container zum PKW-Transport, Container für lebende Tiere und Tank-Container für den Transport flüssiger oder gasförmiger Substanzen gefertigt. Der Inhalt eines Containers lässt sich mittels Lieferscheinen aufschlüsseln. Das Spektrum reicht von Halbfabrikaten über Endprodukte bis hin zu kleinen und grösseren Gütern, die alle usanzgemäss verpackt sein müssen.
Dauerthema für die Schifffahrt. Das Containerschiff ist ein speziell konzipiertes, modernes Transportgefäss, das aus dem Stückgutfrachter weiterentwickelt wurde. Hauptvorteil der Containerisierung: pro Stunde kann zehn bis zwanzig Mal mehr geladen und gelöscht werden als früher. Moderne 110 Meter Binnenschiffe transportieren bis zu 220 Container, ein Koppelverband wie die "Alpina/Vela" bis zu 284 Container. Jeder Container besitzt seine eigene Identifikationsnummer und spezielle Frachtpapiere. Dank der EDV steht jeder Container vierundzwanzig Stunden am Tag unter Kontrolle, wodurch jederzeit darüber Bescheid gegeben werden kann, wo sich welcher Container befindet. Beim Transport der geladenen Container werden in den Frachtdokumenten Inhalt und Gewicht erfasst. Ein wesentlicher Punkt, der beim Stauen eines Containerschiffes beachtet werden muss, sind das Gewicht der in den Containern geladenen Güter und der Wasserstand des Rheins. Die im Schiff verteilte Ladung von vollen und leeren Containern muss gleichmässig sein. Um die Sicherheit des Schiffes zu gewährleisten, werden Stabilitätsrechnungen erstellt. Auf der Strecke von Basel bis Strasbourg können Container wegen der Schleusentore nur in drei Lagen geladen werden. Für die weitere Talfahrt kann noch eine vierte Ladung dazukommen. Das Containerschiff erhält am Ladetag einen Stauplan. Ein Verstellen eines Containers auf der Fahrt soll verhindert werden, indem jener Container zuerst ins Schiff geladen wird, der an letzter Stelle zu löschen ist, denn zusätzliche Kosten und mehr Zeitaufwand müssen verhindert werden. Der Kontakt zum Auftraggeber an Land ist wichtig: Empfänger müssen über den genauen Ankunftstermin orientiert, Bahnwagen bestellt und Strassentransportunternehmer informiert werden. Damit eine reibungslose Abwicklung des Transportes gewährleistet ist, müssen auch die Einfuhrverzollungen vorbereitet sein.
Containerterminal. Der in Felder eingeteilte Containerterminal weist eine grosse Anzahl von Stellplätzen und Containerlagen auf. Jeder Container, der auf dem LKW mittels eines Krans erfasst und vom Fahrzeug gehoben wird, erhält einen festgelegten Platz zugewiesen. Er wird zuerst auf Schäden geprüft und wenn nötig repariert.
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